KOLLEKTIV | ELEVEN

Lara Pilloni | Juli Monschau

Project description

Wir, Lara Pilloni und Julia Monschau, sind zwei Tänzerinnen und Choreografinnen aus NRW, genauer gesagt aus Essen und Wuppertal, die ihre Leidenschaft für die Verschmelzung verschiedener Kunstformen und Hintergründe teilen. Unsere künstlerische Vision, sowie die verschiedenen Hintergründe, verbindet Elemente der Fotografie, der bildenden Kunst, der urbanen Künste und der Kampfkünste und schafft so eine große Bandbreite unterschiedlicher Ausdrucksformen. In unserer Arbeit erforschen wir die komplizierte Verbindung zwischen Geist und Körper und versuchen, die tiefgreifenden Auswirkungen mentaler Prozesse auf die Körperlichkeit zu verstehen. Durch unsere Recherche wollen wir die Komplexität der menschlichen Erfahrung hinterfragen und versuchen zu entschlüsseln, was im menschlichen Geist vorgeht und wie sich dies im körperlichen Ausdruck manifestiert. Im Mittelpunkt unserer künstlerischen Philosophie steht die Verpflichtung, pure und authentische Darbietungen zu schaffen, die von der Authentizität des Lebens selbst inspiriert sind. Unsere Kreationen sind von Ehrlichkeit geprägt und schöpfen aus persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der Welt um sie herum.

Unser Projekt „Eleven: Eleven“ beschäftigt sich mit dem Thema des “Limbus” und lässt sich dabei von Dantes Inferno inspirieren. In Dantes Erzählung befinden sich die Seelen in einem Zustand der Vorhölle und können weder in den Himmel noch in die Hölle gelangen. Dantes „Limbo“ wird als eine Domäne des Leidens beschrieben, die jedoch nicht von physischen Qualen geprägt ist. Hier verharren Seelen in einer ewigen Unvollständigkeit und streben nach etwas Unerreichbarem. Ähnlich untersucht das Projekt, wie sich Individuen in der heutigen Gesellschaft in einem Zustand des „Limbo“ gefangen fühlen können, gekennzeichnet durch passive Akzeptanz und fehlende Zukunftsperspektiven. Gesellschaftliche Strukturen tragen oft zu diesem Gefühl der Ungewissheit bei, indem sie Ungleichgewichte und ein Gefühl der Isolation erzeugen. Die Erkenntnis dieses Zustands führt dazu, dass Individuen die Diskrepanz zwischen ihrer aktuellen Situation und ihrer angestrebten Zukunft erkennen, einhergehend mit einer gestörten Wahrnehmung von Zeit und Raum.

Lara Pilloni

eine italienische Tänzerin, lebt derzeit in NRW, Deutschland, und hat ihren BA und MA in Tanz an der Folkwang Universität der Künste erworben. Sie hat an Kreationen von Choreografen wie Ivan Strelkin, Iñaki Azpillaga, Kai Strathmann, Ben J. Riepe und Magdalena Reither mitgewirkt. Ein Höhepunkt ihrer Karriere war ein Solo aus der Choreografie „Vollmond“ von Pina Bausch, unterstützt von Silvia Farias Heredia. Als freiberufliche Künstlerin kreierte sie gemeinsam mit Sara Valenti die choreografische Studie „…E il mare non si riempie?“ für das Festival Parallelamente, das Teil des Festival della Mente war. Im Jahr 2023 schuf sie mit Evangelos Poulinas und Florian Entenfellner „Survival Kit“, das am Teatro Impavidi und Stadttheater Wels, Österreich, sowie beim Festival Essenziale und beim Festival Somebody@Maschinenhaus, Essen, aufgeführt wurde. In ihrer künstlerischen Forschung erforschte sie die Verschmelzung von Klang, Bewegung und freier Improvisation in Projekten mit Musikern wie J. Chavez, Ana G. Gonzales, C. Zinsius und PART- Ensemble. Ihre Beschäftigung mit Fotografie und digitaler Kunst führte zu Forschungsprojekten wie „Stand by“ und „Tetraedro“, sowie „Raise your Anger – an emotion motion“, gefördert durch das MKW, FondsDaKü und Dis Tanz Solo. Darüber hinaus arbeitet sie als choreografische Assistentin für Theaterproduktionen am Schauspielhaus Bochum und am Schauspielhaus Düsseldorf. Sie engagiert sich auch in pädagogischen Initiativen mit PuK – Pädagogik und Kunst für das Junge Theater Wels, Österreich, und MuTaThe e.V., Bad Honnef. Ihre Kooperationen erstrecken sich auf das Atelier Mobile in Köln, das Theater der Klänger in Düsseldorf für die Produktion „West Land Tänze“ und die Flying Elephant Company.

 

Julia Monschau

ist eine ausgebildete Tänzerin, Performerin und Rollschuhfahrerin, die in Wuppertal ansässig ist. In den Jahren 2010 bis 2012 war Julia als Tänzerin für die Produktion „Der gestiefelte Kater“ an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg tätig. Seit einigen Jahren entwickelt Julia ihre eigenen choreografischen Arbeiten, die unter anderem am Theater Tanzspeicher in Würzburg, bei Dansmakers Amsterdam, am Theater Toneelschuur Haarlem, in Berlin sowie bei Barnes Crossing SoloDuo 2021 in Köln präsentiert wurden. Ihre Kreation mit der Bezeichnung #29828993 wurde für die New Adventure Residenz 2020 von Dansmakers Amsterdam in Zusammenarbeit mit dem ICK ausgewählt, umgesetzt und aufgeführt. Im Rahmen eines interdisziplinären Tanz- und Performance-Projekts im Juli und August 2021 entstand Julias jüngste Kreation „Hinterland“ in Zusammenarbeit mit Miro Mitrovic. Seit 2023 arbeitet Julia mit dem Theater der Klänge in Düsseldorf zusammen und ist unter anderem in der Produktion „West-Land-Tänze“ zu sehen. Derzeit ist Julia am Jungen Theater Köln für die Produktion „Gratwanderung“ engagiert, die im Mai 2024 Premiere haben wird. Julia strebt kontinuierlich danach, sich weiterzuentwickeln, ihren Horizont zu erweitern und sich herauszufordern. Daher integriert sie Elemente aus Hip-Hop, House, Mixed Martial Arts und Thai Boxen in ihre künstlerische Arbeit. Zusätzlich unterrichtet Julia seit etwa fünf Jahren Zeitgenössischen Tanz mit einem Schwerpunkt auf Floorwork in Berlin und hat Workshops unter anderem an der ARTYS in Frankreich, Annecy, gegeben.

Álvaro Severino

ein chilenischer Künstler, lebt und arbeitet derzeit in Köln. Seine künstlerische Reise begann mit einem Architekturstudium an der Zentralen Universität von Santiago de Chile, während er gleichzeitig eine musikalische Ausbildung bei den renommiertesten Privatlehrern Chiles und am ProJazz Jazz Music Institute absolvierte. Seit seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 2011 ist er aktiv in der örtlichen Kunstszene tätig und hat mit Künstlern wie Ryan Carnieux, Lily Dahab, Pablo Saez, Surensable und dem Ensemble Mondo Chôro zusammengearbeitet. Im Jahr 2018 veröffentlichte er „Ngen-Kürüf“, eine Produktion, die von lateinamerikanischer Folklore inspiriert ist und europäische Kompositionsansätze mit Einflüssen aus lateinamerikanischer Musik und Jazz vereint. Álvaro hat sich auch abseits der Musik einen Namen gemacht, indem er mit der Tanzkünstlerin Camila Scholtbach das Tanzprojekt „Salz – Die Erde des Körpers“ kreierte, das in Düsseldorf und Santiago de Chile aufgeführt wurde. Zudem arbeitete er mit der Tänzerin Lara Pilloni als Musikkomponist und Videomacher für das Projekt „STAND BY“ zusammen. Darüber hinaus hat Álvaro internationale Anerkennung durch Kunstausstellungen und Malworkshops gewonnen und sich als Fotograf und Maler etabliert. Seine Werke werden in der Galerie Arauco in Nürnberg ausgestellt. Parallel zu seiner musikalischen Lehrtätigkeit an der Glen Buchmann Jazz Academy Dortmund leitet Álvaro auch Malworkshops mit der Online-Schule Aquarelarte in Argentinien.

 

Darwin Díaz

ist Tänzer, Dozent und Choreograph. Er ist in den achtziger Jahren in Venezuela geboren. Er hat zunächst in der Tanz-Universität IUDANZA in Caracas Tanz studiert. Im Jahr 2005 ging er, mit einem Stipendium vom DAAD und Fundayacucho, nach Deutschland um an der Folkwang Universität der Künste seine Tanzkenntnisse zu vertiefen. Nach seinem Tanzstudium war er bei dem Folkwang Tanzstudio engagiert und hat zu dieser Zeit auch als Gast bei Pina Bausch Tanztheater Wuppertal mitgewirkt . Bis 2018 tanzte er im Theater Trier unter der künstlerischen Leitung von Susanne Linke. Hier hatte er Gelegenheit für die Company und das Theater zu choreografieren. In der freien Szene hat er mit verschiedenen Choreographen und Companies zusammengearbeitet wie zum Beispiel: Tanztheater Wuppertal Pina Bausch ,Samir Akika Theater Bremen, “Lockstoff” Theater im öffentlichen Raum, Anna Holter, u.a. . Seit 2021 arbeitet er als Choreografische Assistenz für Cooperativa Maura Morales, Ben J. Riepe, Theater der Klänge und shall&kreck Kollektiv. 2014 gewann Darwin Diaz zweifach den ersten- und den Publikumspreis an zwei verschiedenen Tanzfestivals mit dem Stück “Study # 3 The Circle”. Als Dozent entwickelt er seinen eigenen Stil und lässt sich von Hatha Yoga und Release Technique inspirieren. Er unterrichtete bisher in Compagnien wie Tanztheater Wuppertal, Theater Trier, Tanzhaus NRW, FTS (Folkwang Tanzstudio), Theater Bremen und Neuer Tanz.