Die monatlich stattfindenden FREIRAUM Salons dienen dem offenen Austausch und interdisziplinären Vernetzung der lokalen und überregionalen Szene. In einem ungezwungenen Rahmen begegnen sich Expert*innen unterschiedlichster Genre in den Düsseldorfer Räumlichkeiten. Sollten pandemiebedingt analoge Kontakte erschwert sein, werden die Salons digital angeboten. Die Inhalte der Salons wandeln zwischen spezifischen Themen oder Fragestellungen oder eher offen gehaltenen Get-togethers Vernetzungsformaten. Die aktuellen, künstlerischen Forschungen und Aktivitäten der Kompanie, aber auch der FREIRAUM Community, können sich inhaltlich in den Salons wiederfinden. Es öffnet sich ein neuer Diskursraum zwischen Peer Reviews, kleinen Präsentationen, Vernetzungsevents der Szene oder eingeladenen Expert*innen Talks.

FREIRAUM Salon #28
6 Mar 2024 // 18 Uhr
Peer-to-Peer 
Artists & Intimacy

Berührungen gehören zum Berufsbild darstellender Künstler*innen dazu – auf, vor und hinter der Bühne. Sie werden vorausgesetzt, angenommen, eingefordert. Jeder Stunt oder Kampf wird choreografiert, intime Berührungen so gut wie nie. Dabei helfen Agreement-Check-Ins, klare Choreografien, offene Kommunikation und andere Tools allen Beteiligten, sich im Prozess noch weiter fallen zu lassen und tiefer in ihre künstlerische Arbeit eintauchen zu können. Was braucht es, um „brave spaces“ zu schaffen? Intimitätskoordination kann nicht in einem Vakuum existieren – es braucht eine Konsens-Kultur, um nachhaltige Veränderungen zu kreieren, wie wir Künstler*innen frei und sicher miteinander erfinden, proben und arbeiten können.

Nach einem Workshop für darstellende Künstler*innen mit der Schauspielerin Hanna Werth (Schauspielhaus Düsseldorf), in dem bekannte Methoden und Tools aus der Intimitätskoordination praktisch ausprobiert und eingeübt, Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert werden, gibt es im Rahmen des FREIRAUM Salons, einen vertiefenden Input zum Thema „Your worst fear, your best fantasy – Intimitätskoordination in den Performing Arts“ von Adele Mike* Dittrich Frydetzki , der für alle am Workshop teilnehmenden Professionals wie allen weiteren Interessierten offen ist. Mike erforscht die (nicht-)konsensuellen Kommunikationsweisen künstlerischer Probenprozesse, tradierte und experimentelle Strategien der Inszenierung von Sex und Intimität anhand der Arbeit der Intimitätskoordination und sucht nach alternativen Kommunikationsformen und Darstellungen einer sexuellen Wissenspraxis, die sich an Subkulturen und queer-feministischen Theorien orientiert.

Adele*Mike Dittrich Frydetzki (dey) studierte angewandte Kultur- und Theaterwissenschaft in Hildesheim, Gießen und Warschau. Aktuell arbeitet Mike als Performer*in, Regisseur*in und Forscher*in an Fragen zu „(nicht-) konsensuellen Kommunikationsweisen und Verfahren in der Probenarbeit an der Darstellung von Sex und Intimität in Theater und Film“ im Rahmen einer Promotion an der Universität der Künste (Berlin) bei Prof. Dr. Melanie Hinz, assoziiert an das DFG-Kolleg „Ästhetische Praxis“ an der Universität Hildesheim, gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.
https://www.sozialefiktion.org/adele-mike-dittrich-frydetzki
https://www.uni-hildesheim.de/grk-2477/personen/assoziierte/frydetzki/

Hanna Werth (sie) ist Schauspielerin, Sprecherin und Sängerin. Seitdem sie auch als Dozentin tätig ist, beschäftigt sie sich verstärkt mit dem Themenfeld der Intimitätskoordination. Sie hat Workshops bei renommierten Intimacy Coaches (Mia Schachter , Adeeb Razzouk, Emily Rollie, Laura Rikard) absolviert und glaubt noch immer an das Theater als Ort der künstlerischen Freiheit. Wenn sich was verändert. Jetzt. Let’s make it less weird!
https://hannawerth.de/

Im Anschluss laden wir Euch wie immer beim FREIRAUM-Salon zu einem frisch gekochten, vegetarischen Essen ein.

Mittwoch, 06.03.2024, FREIRAUM, Engelbertstraße 13, 40233 Düsseldorf, Peer-to-Peer mit anschließendem Essen.

Wir bitten um formlose Anmeldung für den kostenfreien Workshop (17-18 Uhr, Professionals only) und den FREIRAUM Salon (ab 18 Uhr) per Mail an freiraum@benjriepe.com

Für den Fall, dass Ihr es doch nicht schafft vorbeizukommen, sind wir dankbar, wenn Ihr rechtzeitig absagt, damit wir Kosten und Arbeitszeiten für die Vorbereitung des Dinners sowie die benötigte Speisenmenge kalkulieren können.

 

Der Workshop mit Hanna Werth findet in Kooperation mit dem K*WERK und gefördert vom Fond Soziokultur statt.

Hier findet ihr die letzten Salons: